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Unsere erste Wanderung

1999- Mittenwald / Karwendel-West

Hier sind unsere Bilder als Fotoshow auf YOUTUBE®:

 

 

 

Nach bestem Wissen und Gewissen hatten wir unsere Bergwanderung vorbereitet und waren mit dem PKW von Erhard nach Mittenwald angereist. Der Aufstieg durch den Wald hinauf zur Mittenwalderhütte in 1521 m Höhe begann recht gemütlich, wurde dann aber zusehends steiler. Laut Beschreibung sind auf etwas mehr als 1 KM Länge 493 Höhenmeter zu überwinden. Dabei gibt es zwei Stellen die mit Stahlseilen versichert sind, extra für unsichere Wanderer. Man benötigt dafür etwa 1,5 bis 2 Stunden.Bei schönstem Wetter und hohen Temperaturen kamen wir ordentlich ins Schwitzen. Unsere gut gefüllten Rucksäcke taten ein Übriges. Endlich, am späten Nachmittag kamen wir oben an. Hier oben werden wir heute zum ersten Mal übernachten.

 

Das Stadtlogo von Mittenwald

 

Unser Aufstieg zur Mittenwalder Hütte

 

Zunächst erfrischten wir uns und genossen den herrlichen Blick hinüber zum Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Später am Abend aber warf der Hüttenwirt unseren schönen Plan über den Haufen, da die fest eingeplante Damkarhütte leider  nicht zur Verfügung stand, zerstört von einer Lawine im Frühjahr.

 

Foto aus dem Wanderführer

                    Das fängt ja gut an! Na gut, was soll’s. Dann müssen wir den Plan halt ändern. So folgten wir dem Vorschlag und begaben uns am nächsten Morgen in aller Frühe hinauf zum Mittenwalder Klettersteig, den man uns zutraute. Heute wissen wir es besser! Durch die Karwendelgrube stiegen wir auf bis zur Bergstation der Karwendelbahn, 2244 m. Nach gut 3 Stunden machten wir hier eine Pause und beschlossen die naheliegende westliche Karwendelspitze zu erklimmen. Dieser empfehlenswerte Gipfelanstieg ist recht einfach aber nicht ganz „Ohne“. Es geht über glatte Platten an einem Seil bis zum Gipfelkreuz in 2385 m recht luftig nach oben, aber es lohnt sich.

 

Auf der westlichen Karwendelspitze, 2385 m. © HwD

Zurück an der Bergstation nach ca. 2 stunden machten wir uns sogleich auf den Weg zu den Linderspitzen, 2305 m, die mit leichter Kletterei aufwarten. Weiter geht es nun etwas abwärts bis zum Wegweiser. Dieser war (zu unserem Glück!) umgefallen und aufgrund mangelnder Kenntnisse entschieden wir uns für den, im ersten Moment, falschen Weg. Angesichts einer gut 30 m hohen, senkrecht aufragenden Leiter, begaben wir uns auf den Heinrich-Noe-Steig, der uns zur Brunnsteinhütte, 1523 m, führte. Heute wissen wir, daß es die richtige Entscheidung war, denn die Route über den Grat,Mittenwalder Höhenweg (Klettersteig) erfordert doch etwas Erfahrung und vor allem eine Eigensicherung mit Klettergurt und Helm. Doch auch der jetzt eingeschlagene Weg hatte es in sich. Was zunächst als lockere Hochtour begann wurde aber sehr bald zu einer schwierigen und schweißtreibenden Angelegenheit.

 

Hoch über der jungen Isar   © HwD

Der schmale und sehr spärlich markierte Steig führt in einem ewigen auf und ab durch grobes Blockwerk bis zur Sulzleklamm. Hier erwartete uns dann noch zu allem Überfluß eine Klettersteigeinlage mit Eisenstiften und Stahlseil. Es ging fast 50 m bergab bis wir wieder auf "normalem" Geläuf standen und nun endlich eine gemütliche Wanderung bis zum Ziel vor uns hatten. Auf der Brunnsteinhütte galt es zunächst Körper und Geist zu erfrischen. Diese Tour hatte insgesamt über 8 Stunden gedauert. Am nächsten Tag hätten wir genau diesen Weg wieder hinauf gemusst, was wir aber schnell und einvernehmlich verwarfen. So musste erneut ein neuer Plan her. Wir einigten uns hinüber zur Hochlandhütte zu wandern, was wieder einen guten Tagesmarsch erfordert. Über Nacht hatten wir uns gut erholt und nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns bereits vor 8.00 Uhr wieder auf den Weg.

 

Brunnsteinhütte, Belohnung für die Mühen.

Durch Latschenwald geht es zum Leiternsteig, einem etwa 30 m tiefen Taleinschnitt der nicht zu umgehen ist. Diesen überwunden befanden wir uns wieder auf dem Pfad, der zur Mittenwalder Hütte hinaufführt. Hier machten wir eine Rast. Es war 10.00 Uhr und wir hatten gute Laune angesichts des herrlichen Wetters. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht daß sich der Tagesverlauf grundlegend ändern sollte. Unsere Rast gestaltete sich recht ausgedehnt und wir genossen die Ruhe im Wald. Per Mobiltelefon wollten wir uns auf der Hochlandhütte anmelden und erfuhren dabei daß die Hütte bereits voll belegt sei und es keinen Sinn mache auch noch zu kommen. Ja super, dachten wir uns und mussten erneut den Plan ändern. Da auch die Mittenwalder Hütte ausgebucht war stellten wir fest: Wir haben kein Quartier für die Nacht! Mangels Alternativen stiegen wir ab und versuchten unser Glück in der Stadt. Hier fielen uns dann die unglaublichen Menschenmengen erst richtig auf. Kein Wunder, es war allerbestes Sommerwetter, dazu das letzte Ferienwochenende in Bayern, ergo war alles überfüllt. Guter Rat war teuer. Hilfe fanden wir bei Frau Müller von der Kurverwaltung. Nach einigen Rückschlägen fanden wir imGasthof Mühlhauser noch ein Quartier. Trotzdem, der Tag war gelaufen.

Aber was solls, ein Besuch der Leutaschklamm mit dem berühmten Gletscherschliff konnte unsere Stimmung wieder etwas auflockern. Doch der nächste Dämpfer ließ nicht lange auf sich warten. Am Abend wollten wir und die viel geprießenen Haxen genehmigen aber auch da kamen wir zu spät, ausverkauft.

 

Im oberen Dammkar

Neuer Tag, neues Glück. Am Samstagmorgenfassten wir den Entschluß doch noch zur Hochlandhütte zu wandern. Allein aus Zeitgründen mussten wir dabei die Unterstützung der Karwendelbahn in Anspruch nehmen. Als erste fuhren wir also hinauf zur Bergstation und machten uns sogleich auf den Weg ins Dammkar. Den Tunnel für die Skifahrer umgingen wir und kamen über Schneefelder zu dessen Ausgang an den Start zu Deutschlands längster Abfahrt, ca. 6 KM. Diese wird aber nicht mehr präpariert und bleibt daher den absoluten Tiefschneefreaks vorbehalten.Nun geht es für uns fast 700 m hinunter bis zur Dammkarhütte und dann wieder hinauf zu unserem Tagesziel. Beim Abstieg durchs Dammkar ist es ratsam Augen und Ohren offen zu haben. Ständig stürzen Felsbrocken herab die oft nur akustisch wahrgenommen werden können. Also zügig voran und keinesfalls den Pfad verlassen.

 

Im unteren Dammkar

Beim Aufstieg erreicht man nach etwa 1 Stunde ein kleines Plateau und kann die Hochlandhütte bereits erkennen. Bis dorthin dauert es aber noch eine weitere Stunde und kurz vorm Ziel wartet noch ein kurzer aber giftiger Anstieg. Den hatten wir aber schnell geschafft und erreichten bei schönstem Wetter die Hütte. Wir erwartet war hier tatsächlich alles voll und wir ließen uns zunächst auf der grünen Wiese nieder.Von soviel Betrieb hatten wir unterwegs garnichts mitbekommen.Bald fand sich aber ein Plätzchen an einem der Tische und mit ein paar Radlern ließ es sich hier gut aushalten. Etwas wehmütig nahmen wir Abschied und stiegen wieder hinunter nach Mittenwald. Am nächsten Morgen traten wir dann die Heimreise an. Auch nach den zahlreichen Rückschlägen stand für uns fest: Das war die erste aber sicher nicht die letzte Bergwanderung, wir kommen wieder.

 

 

TSCHÜSS KARWENDEL

 

 

 

Die Seiten unserer Wanderungen werden neu gestaltet, bitte etwas Geduld.

September 2013

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