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Schön daß Sie wieder da sind. Diesesmal waren wir hier unterwegs:

2001 - Allgäu

Schneechaos

 

 

 

Hallo liebe Bergfreunde, nach dem Ausflug ins hochalpine Gelände zog es uns diesesmal wieder in die deutschen Alpen. Oberstdorf wurde als Ziel auserkoren. Aber bevor ich von unserer Wanderung erzähle zunächst ein Hinweis. Da wir in diesem Jahr mit dem Wetter kein Glück hatten stand am Ende fest,daß wir auf jeden Fall wieder kommen würden. Also halte ich den Bericht etwas kürzer und schildere lediglich den Tourverlauf.

Hier Ausschnitte aus dem Film:

 

Steigen wir gleich ein, und zwar in die Bahn. Zu diesem Verkehrsmittel hatten wir uns zum erstenmal entschlossen. Eigentlich eine sehr gute Entscheidung. In unserem Fall aber schon zu Beginn mit 33 Minuten Verspätung bereits in Mainz. Diese sollte sich bis zum Ziel noch mehr als verdoppeln, dumm gelaufen. Ankunft in Oberstdorf statt planmäßig um 12.53 Uhr erst um 14.11 Uhr bei strömendem Regen. Die Zeit schien uns schon hier davonzulaufen. Per Linienbus fuhren wir zur Fellhornbahn und mit dieser hinauf zur Mittelstation auf 1780 m. Hier oben war es recht trübe und kalt bei Schneeregen.Der rutschige Pfad führt durch den Blumengarten ,heute ohne Blumen, über die obere Bierenwangalm bis zur Kühgundalm, 1744 m. Der Niederschlag hatte etwas nachgelassen und es war Zeit für eine kurze Rast.

 

Die erste Rast auf der Kühgundalm war nur kurz.

Eigentlich kann man die Fiderepaßhütte von hier aus schon erkennen aber beim Blick nach oben war nur Schnee zu sehen. Durch die dunklen Wolken war es bereits jetzt schon ziemlich düster geworden und mussten uns beeilen. Immerhin hatten wir noch gut 1,5 Stunden steilen Aufstieg vor uns. Dazu kam die nur noch schwer erkennbare Spur, was uns noch mehr aufhielt.

 

Da geht's rauf...

Der Schneefall wurde jetzt wieder stärker und nachdem das steilste Stück geschafft war hatten wir kaum noch Sicht, es wurde immer dunkler. Die mitgebrachten Handy's erwiesen sich einmal mehr als unnützer Ballast, kein Netz! Auch die Vorstöße von Erhard brachten uns nicht weiter und es wurde langsam dramatisch. Erst als wir hinter uns Stimmen vernahmen wurde uns etwas wohler. Da kam doch tatsächlich eine vierköpfige Gruppe herauf und die kannten sich sogar hier aus. Keine 20 Meter weiter sahen wir dann endlich die Lampe vor der Hüttentür. Die Begrüßung durch die Kaufmanns fiel wie folgt aus: "Jesses, wo kommt's ihr den her?" Es war inzwischen weit nach 18.00 Uhr als wir die Fiderepaßhütte auf 2067 m Höhe erreichten und der erste Weg führte in den Trockenraum um wieder trockene Klamotten anzuziehen. Hier war es ziemlich eng und nur spärlich beheizt. Naja, wir konnten uns wenigstens umziehen und etwas Warmes zu uns nehmen. Draußen schneite es munter weiter und auch der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Nach dem ein oder anderen Frustradler begaben wir uns zeitig ins Nachtlager.

 

Am nächsten Morgen hatte sich diese Schlechtwetterfront verzogen, allerdings fast 30 cm Neuschnee hinterlassen. Das Hüttenvolk vergnügte sich beim Schneeräumen und es kam etwas gute Stimmung auf. Das änderte aber nichts an unserer Situation. Blieb nicht anderes als der Abstieg übrig. Der führte uns durchs Warmatsgundtal bis zur Stillachbrücke bei Birgsau. Im Wissen für heute bereits ein Nachtquartier ansteuern zu können, machten wir eine längere Pause.

 

Jetzt taut's.

Wieder gestärkt geht es nun immer leicht ansteigend nach Einödsbach zum südlichsten Gasthof in Deutschland. Bei schönstem Wetter kamen wir nach einer guten Stunde dort an. Beim Versuch in dem großen Gebäude mit über 100 Plätzen unsere Lager zu buchen wurde uns mitgeteilt, daß dies nicht möglich sei, denn das Gebäude sie wegen Baufälligkeit geschlossen worden. Die Pension im Gasthof war natürlich auch schon voll und wir hatten wiedermal kein Quartier. Gastwirt Nunzio Ribaudo empfahl uns die Enzianhütte. Per Handy erhielten wir dort die Zusage für ein Vierbettzimmer, klasse. Nun mussten wir nur noch hinauf.

 

Im Gasthof Einödsbach erhielten wir schlechte Nachrichten.

Es war schon 16.00 Uhr durch und der Aufstieg sollte in etwa 2 Stunden zu schaffen sein, also flugs die Rucksäcke umgeschnallt und auf geht's. Bei 25° Celsius mussten wir uns aber nicht beeilen und gelangten zur Petersalpe, 1296 m. Ab hier wird es zunehmends steiler aber der Pfad ist gut zu gehen, solange es trocken ist. Oben angekommen wurden wir angenehm überrascht. Hier gab es sogar eine Dusche und noch besser, eine Sauna mit Whirlpool. Dieses unerwartete Extra wurde auf der privat geführten Enzianhütte gern angenommen und der Tag konnte bei bester Laune ausklingen. Ein Offizierslehrgang der Bundeswehr mit über 80 Personen sorgte für reichlich Betrieb in der Gaststube, es ging hoch her.

 

Ein lohnendswertes Ziel.

www.enzianhuette-oberstdorf.de

Das schöne Wetter hielt leider nur diesen einen Tag. So starteten wir am nächsten Morgen den Aufstieg zur Rappenseehütte. Der Pfad war zwar sehr rutschig aber immerhin regnete es nicht mehr. 1 Stunde und 11 Minuten brauchten wir für den Weg hinauf und dort oben war es dann um einige Grade kälter als unten, also alles normal.

 

Auf dem Weg zur Rappenseehütte, 2091 m.

Hier werden wir heute übernachten. Vorher erkundeten wir aber noch die Umgebung, vielleicht war ja doch eine kleine Rundtour möglich. Den entsprechenden Versuch im Anstieg des Rappenkopfes mussten wir aber bei den Gebetsfahnen schon zu Beginn wieder abbrechen. Wir hatten keine Chance hier weiter zu kommen und außerdem war es viel zu kalt.

 

Die Rappenseehütte, 2091 m.

Es war nicht zu ändern und so stiegen wir am Samstagmorgen wieder ab zur Enzianhütte unter dem Linkerskopf, wo wir noch einmal übernachten werden. Bei den schon erwähnten Annehmlichkeiten wurde der Nachmittag zum faulenzen genutzt und ging nahtlos in ein gemütliches Beisammensein mit Leidensgenossen über. Dieser recht kurzweilige Abend bleibt uns in guter Erinnerung und wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Wirtsfamilie Schwegler und ihren Mitarbeitern.

 

Vor dem Abstieg im Schnee.

Am Sonntag begannen wir zeitig mit dem Abstieg denn über Nacht hatte es erneut geschneit. Der Pfad war daher sehr rutschig und seifig und Ausrutscher waren nicht zu vermeiden. Diese blieben allesamt ohne Folgen, abgesehen von den versauten Klamotten. In den Bergen gehört eben auch mal schlechtes Wetter dazu, man muss halt das Beste daraus machen. Wir hatten jedenfalls wieder eine schöne Tour hinter uns und fuhren diesmal pünktlich nach Hause. Selbstredend bei schönstem Wetter.

TSCHÜSS ALLGÄU


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