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Hallo liebe Wanderfreunde, schön das Sie wieder da sind.

Diesesmal geht es wieder hoch hinauf zum

Ötztaler Höhenrausch

Die Venter Runde

 

 

    

                                                                                                                                

                        

Es zog uns wieder ins Hochgebirge. Das Ötztal hatten wir uns ausgesucht und dort die hinterste Ecke in Vent, dem berühmten Bergsteigerdorf. Ein neuer Wanderfreund hatte sich uns angeschlossen. Mit Reiner Gurlt waren wir zu viert unterwegs in einem der schönsten Wandergebiete überhaupt. Mangels Alternative war Erhard noch einmal bereit mit seinem PKW zu fahren.Die angeforderten Prospekte waren eine große Hilfe, damit konnten wir unsere "Venter Runde" sehr gut vorbereiten und die Tagestouren planen.

Hier sind ein paar Ausschnitte aus dem Film

 

Eine Fotoshow finden Sie hier

 

 

 

 

Bei dieser Wanderung handelt es sich um eine Hochgebirgstour mit Gletscherübergängen und dem Ziel die 3000m - Marke zu erreichen oder gar zu übertreffen. In solchen Höhen waren wir bisher noch nicht unterwegs und daher sehr gespannt, wie wir damit zurecht kommen würden.

 

 

 

Die Übersicht unserer Touren

Gegen 14.30 kamen wir in Vent, immerhin schon 1900 m hoch gelegen, an und mussten schon ein bisschen suchen um einen Parkplatz zu finden. Kostenlos sind inzwischen auch nicht mehr, verständlich bei den Gästezahlen aber durchaus auch kritisch zu hinterfragen. So sind schon weit vor dem Ort die Wiesen zu Parkplätzen umfunktioniert worden.  Wir fanden dann einen Abstellplatz direkt an der Venter Ache, also mitten im Ort, ideal. Dieser von den Gletschern gespeiste Gebirgsbach rauschte gewaltig und wir machten uns schnell auf den Weg ins Niedertal auf den Jungschützenweg. Die Wege hier sind vorbildlich beschildert mit Entfernungen und Zeitangaben. Nach einem kurzen Anstieg erreicht man den mäßig ansteigenden Fahrweg und wandert gemächlich unterhalb der mächtigen Talleitspitze, 3408m, bis zur Schäferhütte.2230 m. Eigentlich war hier eine Rast eingeplant doch bei dem strengen Geruch verschoben wir diese um eine halbe Stunde.Nun wird es wieder etwas steiler und nach einer scharfen Rechtskurve kommt unser Tagesziel, die Martin-Busch-Hütte (alte Samoarhütte), 2501m, in Sicht. Hier waren wir schon mittendrin in der Welt der 3000er.

 

Die Martin-Busch-Hütte, 2501 m.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war das am ersten Tag schonmal super gelaufen.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Gipfelsturmes auf die Kreuzspitze. Dieser Aussichtsberg ist trotz der Höhe von 3455m leicht zu erreichen und wird daher auch allseits empfohlen. Das Wetter sollte allerdings auch mitspielen , so wie in unserem Fall. Da wir uns vorgenommen hatten in diesem Jahr die 3000m-Marke zu knacken, starteten wir zeitig kurz nach 8.00 Uhr. Es geht also hinauf über Wiesen und Almen bis zur verfallenen Brizzihütte auf 2920m. Kurz danach hatten wir unser erstes Ziel erreicht. Die Höhe stellte Reiner mit seinem Höhenmesser fest und entschloss sich nun wieder abzusteigen und auf der Hütte auf uns zu warten. Schade für ihn denn dieser tolle Berg ist die Mühen wert.

 

                                                                                                                       

 

3000 Meter über NN

Weiter nach oben wird es nun etwas schwieriger durch grobes Blockwerk und ein großes Schotterfeld bis zum Fuß des Gipfels. Von einem schmalen Grat aus ist der Gipfel dann in kurzen Serpentinen leicht zu erreichen. Am Gipfelkreuz hatte es 15°C und es wehte nur eine leichte Brise. Wir genossen das phantastische Panorama eine ganze Weile und baten einen holländischen Wanderer ein Foto von uns zu machen. Trotz optimaler Bedingungen wollte es ihm aber nicht gelingen. Da ich aber nur eine analoge Kamera dabei hatte merkten wir das erst zu Hause und waren entsprechend enttäuscht, besonders Erhard, denn er war nur halb auf dem Bild,Sch...! Unser Fotograf hatte wohl auch sonst nicht den besten Tag! Mit einem Glücksgefühl und in bester Laune stiegen wir wieder ab und berichteten Reiner von dem was er versäumt hatte. Etwa 3,5 Stunden hatte dieses Abenteuer in Anspruch genommen und die gleiche Zeit sollten wir am Nachmittag für den Aufstieg zur Similaunhütte benötigen. Dort an der Grenze zu Italien hatte ich die Lager für unsere nächste Übernachtung bereits gebucht.

 

Der Steig dort hinauf beginnt leicht ansteigend wird aber bald zunehmends steiler. In halber Höhe gab es innerhalb weniger Minuten einen Wetterumbruch und es begann zu regnen. Diese Wolkenfront zog von Süden über das Similaunjoch herauf und war gut zu beobachten. Es war auch empfindlich kalt geworden. So waren wir gezwungen wetterfeste Kleidung anzulegen und erstmal abzuwarten wie es sich entwickelt, denn die Sicht war sehr eingeschränkt. Schließlich wurde unsere Geduld belohnt und es wurde wieder besser. Nun lag der Gletscher vor uns. Den mussten wir am Rand queren und taten uns zuerst recht schwer dabei. Der Weg übers Eis war lediglich mit Stangen markiert und so bedurfte es schon einiges an Anstrengung sicher drüber zu kommen. Eigentlich hätten wir hier Steigeisen gebraucht. Es gelang aber auch ohne bis zur Randmoräne wo dann wieder eine deutliche Spur war. Oben ist man dann schnell. Wir wurden schon erwartet und konnten sogleich unsere Lager beziehen. Erst am Abend bemerkten wir wie voll die Hütte war, ausgebucht. Besonders deutlich wurde diese Tatsache beim morgentlichen Toillettengang.

 

In Zweierreihen musste man anstehen, da die beiden einzigen Toilletten sprichwörtlich voll ausgelastet waren. Ärgerlich, aber man muss sich halt arrangieren. Beim Rundgang entdeckten wir tief unten den Vernagtstausee und in der Ferne den Ortler. Die vielbesagte "Ötzifundstelle" am Hauslabjoch ist in etwa 2 Stunden erreichbar, stand aber nicht auf unserem Plan. Wir wollten über den Saykogel hinüber zum Hochjochhospiz. Doch davon wurde uns abgeraten denn die dortigen Seilsicherungen wären verschüttet und ohne entsprechende Ausrüstung war uns das doch zu ungewiß. Unser nächstes Ziel stand aber fest und die Lager waren gebucht. Das bedeutete einen Tagesmarsch von gut 10 Stunden, denn wir mussten wieder ganz hinunter nach Vent und durch die Rofenache wieder hinauf zum Hochjochhospiz. Das war nunmal nicht zu ändern!

 

Bei dem großen Andrang konnten wir erst gegen 8.30 Uhr abmarschieren. Jetzt konnten wir auch den Pfad richtig erkennen, das war blankes Eis und die Wanderstöcke fanden nur wenig Halt. Den Weg hinunter schafften wir überraschend schnell und kamen gegen 12.00 Uhr zu den Rofenhöfen, 2014m. Dort war eine ausgiebige Rast angesagt. Dorthin gelangt man seit ein paar Jahren über eine moderne Hängebrücke aus Aluminium, die sehr gut gesichert ist und kaum schwankt.

 

                                                                                                                              

                                         

 

                                                                                                                                      

 

 

Glücklicherweise wurde der Plan hier eine Talsperre zur Stromgewinnung zu errichten wieder verworfen.

 

Das Foto stammt aus dem Prospekt

Jetzt geht es aber wieder aufwärts entlang der Rofenache in zahlreichen Kehren bis zum Vernagtbach. Dieser, auch im Sommer mächtige Gletscherabfluss, ist nur mit einer neuen Brücke, die im Winter abgebaut werden kann, zu meistern. Hier machten wir eine kurze Rast und nahmen dann den steilen Anstieg zur Hütte in Angriff. Das Hochjochhospiz liegt auf 2413m und bekommt in diesem Jahr ein neues Dach. Da die Bauarbeiter auch hier einquartiert waren standen nicht alle Lager zur Verfügung und wir mussten uns aufteilen. das war aber kein Problem denn es war noch reichlich Platz vorhanden. Nun hatten wir eine sehr lange Etappe von über 20 KM hinter uns gebracht und hatten etwas Erholung verdient. Dei Route am nächsten Tag war nämlich nicht viel kürzer. Dann geht es zur Vernagthütte und weiter bis zur Breslauerhütte wo die letzte Übernachtung gebucht war.

 

Der Vernagtbach

Schon in aller Frühe deutete sich wieder wunderschönes Wetter an. So hatte es um 10.00 Uhr bereits 25° C und wir machten eine grandiose Genußwanderung hoch über Vent. Über Wiesen und Matten führt der Pfad zur Randmoräne des Vernagtferners. Hier wird es nun etwas steiniger und die Vernagthütte kommt in Sicht. Sehr beeindruckend wie die Hütte herrlich wie auf einem Balkon in der Sonne liegt. Hier wollten wir gar nicht mehr weg.

 

Das Foto stammt aus dem Prospekt

Es half nichts, wir mussten weiter. Auf dem Seuffertweg geht es dann hinüber in etlichen Kehren und dauerndem Auf und Ab über einige neu eingerichtete Holzbrücken bis man endlich die Breslauerhütte erreicht. Dieser dreieinhalbstündige Marsch bot daneben auch schwindelerregende Tiefblicke und brachte uns bei nun fast 30°C ordentlich ins schwitzen.

 

 

Am Ziel kommt man wieder in eine ganz andere Welt. Hier wimmelt es von Besuchern dank der guten Seilbahnanbindung. Die Bezeichnung "Breslauerhütte" ist, gelinde gesagt, unpassend. Das Haus entspricht da schon eher einem Komforthotel der gehobenen Klasse.

 

 

Dank einer Erbschaft konnte hier renoviert und ausgebaut werden. Neben einer modernen Ausstattung machte vor allem die excellente Küche einen bleibenden Eindruck. In diesem Jahrhundertsommer konnten wir am Abend noch das Marslicht bewundern. In dieser Höhe von 2844m war die Sicht ungetrübt und der Balkon vor der Hütte füllte sich mehr und mehr. Meine Fotos sind leider nicht so geworden wie erhofft, dazu hatte ich wohl nicht die richtige Technik dabei. Trotz allem genossen wir den atemraubenden Anblick unzähliger Sterne in allen erdenklichen Farben.

 

Die Breslauer Hütte, 2844 m

Aber auch hier heißt es wieder Abschied nehmen. Vor wenigen Jahren führte der Abstieg noch über den Rofenferner. Heute liegt der Eispanzer gut 50 m oberhalb und ist sehr weit abgeschmolzen. Bei weiteren heißen Jahren wird er wohl bald ganz verschwunden sein. Unser Abstieg am Sonntagmorgen führt in Serpentinen hinunter nach Vent wo unsere bisher schönste Alpenwanderung zum Abschluß kommt und wir die Heimreise antreten (müssen) !

 

 

Nach 4 Tagen sehen wir zum erstenmal eine Kuh

 

TSCHÜSS

ÖTZTAL

 

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